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Bildungschancen und Entwicklungsperspektiven für geflüchtete Kinder und Jugendliche!

In mehreren Anfrage habe ich zum Ende des Jahres 2023 den Senat zur Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Berlin befragt. Dieses Thema muss auch in 2024 im Fokus der Aufmerksamkeit der Berliner Stadtgesellschaft stehen. Denn ein früher und konstanter Zugang zu Bildungsangeboten ist ausschlaggebend für Chancengerechtigkeit und einen guten Start in das Leben in unserer Gesellschaft.

Fast 4300 Kinder unter sechs Jahren sind in Berlins Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Dem Senat ist nicht bekannt, ob sie in irgendeiner Form gefördert und auf einen Schulbesuch vorbereitet werden – das ergab eine Anfrage von mir vom Dezember 2023. Die Sorge- und Ahnungslosigkeit der Senatsverwaltung zur Situation von mehreren tausend kleinen Kindern in den Gemeinschaftsunterkünften macht mich sprachlos. Damit Integration gelingt, brauchen sie Bildungs- und Entwicklungsangebote. Auch das sogenannte Kitachancenjahr der Senatorin wird verpuffen, wenn Land und Bezirke nicht besser zusammenarbeiten. Die Gruppe der fünf- bis sechsjährigen ist zum Besuch einer täglich mindesten 5-stündigen Sprachförderung verpflichtet. Ob der Pflicht dem vorgeschalteten Sprachtest nachzukommen entsprochen werden kann, beantwortet die Senatsverwaltung nicht. Dabei ist der Zusammenhang zwischen Frühförderung und Bildungserfolg mehr als bewiesen. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, auch in den Flüchtlingsunterkünften einen genauen Überblick über den Kitabesuch der Kinder zu haben.

Die gesamte Anfrage dazu lesen Sie hier:

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-17589.pdf

Weiterhin bleibt die regelhafte Beschulung geflüchteter Kinder eine Herausforderung für Berlin. Eine Anfrage von mir ergab, dass knapp 1000 schulpflichtige Kinder auf einen Schulplatz warten. Um die Wartezeit zu kompensieren, gibt es Sprungbrettprogramme, so wie “Fit für die Schule”. Doch ausgerechnet da wurde zum Jahr 2024 gekürzt: statt wie bislang 700 Plätze wird es nur noch 300 Plätze geben. Das macht wenig Sinn, wenn man sowieso schon nicht genug Schulplätze für die Kinder hat und sich der Mangel im vergangenen Jahr stetig verschärfte. Ich begrüße den Ansatz der Senatsverwaltung, ein Schulangebot im Ankunftszentrum Tegel zu eröffnen. In einer Leichtbauhalle, die auf drei Geschosse aufgestockt werden soll, auf dem Parkplatz P10 des früheren Flughafens werden sukzessive Willkommensklassen eingerichtet. Erste Lehrkräfte sind bereits eingestellt, weitere sollen folgen. Jedoch ist es nun auch wichtig, ein Verfahren zu entwickeln, nach dem die Kinder, wenn sie mit ihren Familien aus dem Ankunftszentrum ausziehen, nahtlos an ihrem neuen Wohnort weiterbeschult werden können. Laut den Antworten auf eine Anfrage ist der Senat bestrebt ein entsprechendes Verfahren weiterzuentwickeln. Doch der eklatante Mangel an Schulplätzen muss weiter im Zentrum der Berliner Schulpolitik stehen – damit Kinder und Jugendliche, die neu in unserer Stadt ankommen, beste Versorgung genießen und alle Chancen früher Bildung und Entwicklungsperspektiven erhalten können.

Die Anfragen dazu lesen Sie hier:

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-17589.pdf

https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-17529.pdf

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